Eine Wanderung durch Mordor

Wanderung durch Mordor - die Tama Lakes im Tongariro National Park NZ | Baking Avenue
Wanderung durch Mordor - die Tama Lakes im Tongariro National Park NZ | Baking Avenue
Wanderung durch Mordor - die Tama Lakes im Tongariro National Park NZ | Baking Avenue

Ich bin ein großer Fan von „Der Herr der Ringe“. Daher war es selbstverständlich für mich, dass ich diverse Drehorte zu der beliebten Trilogie während meines Neuseeland Trips aufsuche. Bereits letztes Jahr habe ich über einige Drehorte berichtet, aber lediglich in Kurzform. Das könnt ihr gerne nochmal HIER nachlesen. 🙂 Aber heute möchte ich euch einen ganz besonderen Ort näher bringen.

 

Tongariro National Park - Neuseeland

 

Man kann nicht einfach nach Mordor spazieren

Wer die Filme kennt (ich könnte jetzt leider nicht mit Gewissheit sagen, ob dieses Zitat auch in den Büchern vorkommt), kennt dieses Zitat von Boromir. Noch relativ zu Beginn des Films hören wir diesen Satz von Boromir, wo in Bruchtal derjenige gefunden werden soll, der sich dazu bereit erklärt, den Ring nach Mordor zu bringen.

Wie der Film am Ende ausgeht wissen wir. Und auch, wie schwierig der Marsch nach Mordor war. Im echten Leben ist da dann doch ein bisschen einfacher nach Mordor und zum Schicksalsberg zu gelangen. Aber nur ein bisschen.

 

Lower Tama Lake, Tongariro National Park - Neuseeland

Tongariro National Park - Neuseeland

 

Mount Ngauruhoe – der Schicksalsberg

Neuseeland ist definitiv eines der Länder, die man als begeisterter Wanderer besuchen sollte. Hier bieten sich unglaublich viele Wanderwege in atemberaubender Kulisse. Aber auch als Einsteiger in das Thema Wandern, so wie ich es bin, findet man hier super viele Wege.

So auch im Tongariro National Park auf der Nordinsel Neuseelands. Hier wurden unter anderem Szenen aus Mordor gedreht und in diesem Nationalpark befindet sich der Mount Ngauruhoe – der Schicksalsberg. Der Berg liegt ziemlich zentral im Nationalpark, ist eigentlich ein Vulkan und etwa 2.200 Meter hoch. Er gilt nicht länger als aktiv und ist das letzte mal 1977 ausgebrochen. Aber einige Erdbeben in der Vergangenheit, die in der Nähe des Mt Ngauruhoe waren, haben die Warnstufe nochmal angehoben. Seit 2015 ist die Warnstufe aber durchgehend bei 0.

 

Mount Ngauruhoe, Tongariro National Park - Neuseeland

 

Von neuseeländischen Wanderwegen und ihren Tücken 

Wer in Mordor bzw. im Tongariro National Park wandern gehen will, sollte auf jeden Fall Whakapapa Village als Ausgangspunkt nehmen. Hier starten viele Wanderwege, unter anderem der berühmte Alpine Crossing. Wir hatten zuerst überlegt diese Wanderung zu buchen und mitzumachen. Allerdings war zum einen das Wetter zu schlecht die vorangegangen Tage, weswegen alle Touren vorsichtshalber abgesagt wurden, zum anderen ist die Strecke unglaublich anspruchsvoll, daher sollten nur erfahrene Wanderer diesen Track machen. Ein paar kurze Fakten zum Alpine Crossing: 19,4 km (einfache Strecke), man braucht etwa 7-8 Stunden und führt direkt am Mount Ngauruhoe vorbei. Landschaftlich muss diese Strecke ein unglaubliches Highlight sein, aber wie gesagt: Unternehmt diese Wanderung nur, wenn ihr schon erfahren seid. HIER findet ihr noch ein paar zusätzliche Infos zum Track, einige Sicherheitshinweise (z.B. ob es eine Warnung für den Track gibt) und einige Packhinweise.

 

Taranaki Falls, Tongariro National Park - Neuseeland

 

Wir haben uns stattdessen für den Tama Lakes Track entschieden, denn auch von hier bekommt man einen tollen Blick auf den Vulkan (wenn er nicht grade wolkenverhangen ist) und Einblicke in ein Mordor, welches friedvoll und wunderschön ist. Die Kurzfakten zu dieser Strecke: 17 km (hin und zurück), 5-6 Stunden (wir haben etwa 7 gebraucht) und man kommt unter anderem auch an den Taranaki Falls vorbei.

Diese Strecke ist nicht einfach, aber trotzdem auch für Anfänger geeignet. Man braucht dann nur eventuell was länger. 🙂 Auf jeden Fall solltet ihr euch auf diverse Hindernisse vorbereiten, die euch auf eurem Weg zu den Tama Lakes begegnen könnten. Stufen, die vor allem für kleine Menschen (wie mich) schwierig sind, Schnee (je nach Jahreszeit) oder auch Flüsse die es gilt zu überqueren.

 

Tongariro National Park - Neuseeland

Tongariro National Park - Neuseeland

 

Wir hatten öfter das Gefühl, dass die Wanderwege, wenn sie in Deutschland wären, so niemals als Wanderweg zugelassen worden wären. 😀 Aber der Neuseeländer scheint hier grundsätzlich viel entspannter zu sein. Das schwierigste Hindernis war für uns definitiv ein Fluss der den Wanderweg quasi überspült hat. Wahrscheinlich ist der Fluss aufgrund des abtauenden Schnees angeschwollen und somit breiter und tiefer als üblich gewesen. Jedenfalls gab es keine Brücke, keinen Ausweichweg oder eine einfache Methode diesen Fluss zu überqueren. Umkehren wollten wir nach bestimmt schon 3-stündiger Wanderung aber auch nicht. Also blieb nur eine Möglichkeit: Schuhe und Socken ausgezogen, die Hose hochgekrempelt und ab durch den Fluss. Uns wären zwar fast die Füße abgefroren und das Wasser stand uns fast bis zu den Knien, aber es hat sich gelohnt.

 

Tongariro National Park - Neuseeland

 

Der innere Schweinehund

Mein Schweinehund ist definitiv einer von der größeren Sorte, aber auf dieser Wanderung habe ich ihn definitiv das ein oder andere Mal bezwungen. Sei es der Fluss (zweimal :D), teilweise sehr starke Steigungen und einfach 17 km zu Fuß. Für mich persönlich war das alles schon sehr extrem und ich bin aus meiner Komfortzone rausgekommen. Und es hat sich einfach gut angefühlt. 🙂

 

Tongariro National Park - Neuseeland

 

Zur Belohnung gab es dann den Blick auf den Lower Tama Lake. Solch eine unglaubliche Farbe habe ich bei einem See noch nie zuvor gesehen. Dazu noch das Bergpanorama, der Schnee und die Sonne. Es war einfach genial. Wir sind dann noch das Stück weiter zum Upper Tama Lake gewandert, wobei ich das nicht durchgehalten habe und auf der Hälfte stehen geblieben bin, Marlena ist bis nach oben. Die Strecke war dann auch kein richtiger Weg mehr sondern vor allem Steingeröll. Das haben meine Beine dann nicht mehr mitgemacht. 😀

Der Blick auf den Schicksalsberg blieb uns leider aufgrund der Wolken lange Zeit verwehrt. Aber kurz bevor er auf dem Rückweg aus dem Blickfeld verschwand hat er sich dann doch nochmal in seiner schneebedeckten Pracht gezeigt. 😉

 

Mount Ngauruhoe, Tongariro National Park - Neuseeland

 

Also falls ihr irgendwann mal in der Gegend sein solltet und euch nicht an das Alpine Crossing wagen wollt oder aus Wettergründen keine Touren angeboten werden, nehmt definitiv die Strecke zu den Tama Lakes. Ich bin auch heute noch, über ein Jahr später, unglaublich begeistert davon und erinnere mich super gerne zurück. Und die Bilder sprechen doch für sich, oder? 😉

HIER findet ihr übrigens eine Übersicht zu allen Tracks, die im Whakapapa Village starten.

 

Seid ihr Wanderer oder wollt es werden? Und was war eure bisher liebste Wanderstrecke? 🙂

 

Lower Tama Lake, Tongariro National Park - Neuseeland

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