Süße Grüße aus Portugal!

Heute geht’s nach Portugal mit der lieben Susanne von borboleta meets world! Leider war ich noch nie in Portugal, steht aber ganz weit oben auf der Liste. Vor allem, wenn ich diese süßen Leckereien von Susanne sehe. 🙂

Das aktuelle Gewinnspiel findet ihr übrigens HIER.

Portugal ist in so fast jeder Hinsicht mein Traumland.

Neben unsagbar schönen Stränden, urigen Dörfern, coolen Städten und den lieben Menschen sind es auch die portugiesischen Desserts, die mich immer wieder glücklich machen. Ja ich gebe zu, ich bin absolut süchtig nach süßen Nachspeisen aus Portugal – auch wenn die es wirklich in sich haben!

 

Pasteís de Nata

Pasteís de Nata

 

Die meisten klassischen Desserts in Portugal bestehen aus Tonnen von Eigelb und Zucker. Kein Wunder, dass sie kalorienreich, aber köstlich sind! Erstaunlich ist dennoch ihre Vielfalt, denn allein aus den zwei Basiszutaten gibt es um die 200 verschiedene Rezepte für Süßspeisen in Portugal. Und wem haben wir das zu verdanken? Portugals Nonnen!

Früher sind portugiesische Süßigkeiten meist in Klöstern produziert worden. Die guten Nonnen hatten hier über die Jahrhunderte reichlich Zeit, sich der Erfindung von himmlischen Köstlichkeiten zu widmen. Unter dem Namen Doçaria Conventual (Klösterliche Backwaren) sind Süßigkeiten wie Ovos Moles (Eigelbpralinen) und Molotof (Eischnee mit Karamell) bis heute nicht nur bei Katholiken beliebt. Woher kam aber all der damals teure Zucker und das Eiweiß?

 

Molotof - Dessert aus Portugal

Molotof – Dessert aus Portugal

 

Ganz einfach: Um ihre Töchter als Novizinnen in einem portugiesischen Kloster unterzubringen, bat die Kirche Eltern ordentlich zur Kasse. Die Kaufleute unter ihnen zahlten nicht selten mit „weißem Gold“, denn Portugal verfügte im 16. Jahrhundert über die weltweit größten Zuckerrohrplantagen. Und die Eier? Darum ranken sich viele Legenden. Eine besagt, dass die Nonnen das Eiweiß zur Stärkung ihrer Kleider und Hauben benötigten und all die Reste mussten sie schließlich irgendwie verarbeiten …

Wer ein wenig portugiesisch kann, entdeckt schnell die katholischen Wurzeln von Nachspeisen wie Touçinho do Ceu (Himmelsspeck), Barriga de Freira (Nonnenbauch) und Pão de Deus (Brot Gottes). Bei vielen typisch portugiesischen Naschereien haben aber noch andere ihre Finger im Spiel gehabt: die Mauren. Ihre jahrhundertelange Herrschaft über die Iberische Halbinsel brachte neben Mathematik (igitt) Mandeln und Feigen sowie Rezepte für Marzipan, Sirup, Marmeladen und getrocknete Früchte nach Portugal (lecker). Ab Beginn der portugiesischen Entdeckerzeiten kamen dann weitere exotische Noten wie Zimt, Vanille und Orangen dazu.

 

Süßes aus Feigen und Mandeln - Portugal

Süßes aus Feigen und Mandeln – Portugal

 

Dies alles machte es möglich, dass die Mönche im Hieronymus-Kloster in Belém, heute ein Stadtteil Lissabons und Regierungssitz Portugals, die berühmten Pasteís de Nata kreieren konnten. Die mit Milchcreme gefüllten Blätterteiltörtchen sind das Nationalgebäck Portugals und stellen nicht selten im Kombination mit einem Bica (Espresso) das Frühstück für viele Portugiesen dar. Meine Meinung: Ein Pastel de Nata geht immer! Traditionell betreut man sie mit Zimt und schwebt ab dem ersten Bissen in die noch warmen Puddingteilchen im siebten Himmel.

Man muss dazu nicht mal nach Belém reisen, wo die es die Törtchen unter dem Namen Pasteís de Belém nach dem Originalrezept in der Pastelaria „Casa Pasteís de Belém“ seit 1834 zu kaufen gibt. Köstliche Pasteís de Nata gibt es in Portugal an jeder Ecke und sie gehören zu einem Urlaub dort einfach zum Pflichtprogramm.

Wer nicht an der Quelle sitzt, kann sich mit diesem Rezept für Pasteís de Nata einmal selbst an portugiesischer Backkunst versuchen!

 

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Pasteís de Nata

Vorbereitungszeit 45 Minuten
Zubereitungszeit 12 Minuten
Arbeitszeit 57 Minuten
Autor Borboleta meets world

Zutaten

  • 450 g Blätterteig aus dem Kühlregal
  • 200 g Zucker
  • 2 EL Mehl
  • 8 Eigelb
  • 500 ml Sahne
  • 1 Prise Salz
  • Zitronenschale
  • Zimt zum Bestreuen

Anleitungen

  1. Als erstes den Backofen auf 260 °C vorheizen. Dann Zucker, Mehl, Eigelb, Sahne und Salz in einem Topf zu einer glatten Masse vermengen. Nun die Zitronenschale hinzufügen und unter ständigem Rühren erhitzen bis die Creme etwas eindickt. Kurz aufkochen und dann in einer Schüssel auskühlen lassen. Um eine Hautbildung zu vermeiden, gelegentlich umrühren.

  2. Nun kommt der anspruchsvolle Teil:

    Damit die Blätterteigböden ihren typischen Lagenlook erhalten, den Blätterteig dünn aus- und dann eng aufrollen. Teigrolle zügig weiter rollen bis die Teigschichten sich gut verbunden haben und einen Umfang von etwa 2,5 cm haben. Tipp: Deine Hände sollten kalt sein!

  3. Rolle in circa 1,5 cm breite Scheiben schneiden und jeweils eine mit dem Anschnitt nah oben in ein Muffinförmchen legen. Jetzt Hände noch mal mit kaltem Wasser anfeuchten und Teig gleichmäßig flachdrücken, sodass er bis zum Rand der Form hochsteigt.

  4. Bis die Creme vollständig erkaltet ist, Muffinform in den Kühlschrank stellen. Dann Teigförmchen bis circa 1 cm unter dem Rand mit Creme befüllen und ab damit in den Ofen!

  5. Wichtig:

    Pasteís de Nata müssen möglichst schnell und heiß gebacken werden, damit der Blätterteil knusprig wird und die Milchcreme ähnlich einer Crème brûlée karamellisieren kann. Vor dem Servieren mit Zimt bestreuen – bom apetite!

 

Gastautorin Susanne alias borboleta ist nebenberufliche Fotografin und großer Fan der digitalen Nomaden-Bewegung. Sie arbeitet seit Jahresanfang ortsunabhängig in Festanstellung. Das heißt – unendliche Freiheit, von wo gearbeitet wird, aber trotzdem begrenzte Urlaubstage und feste Bürozeiten.

Mit ihrem Blog Borboleta meets world möchte sie zeigen, wie man mit nur wenigen Urlaubstagen viel erlebt und seine Reisen optimal plant. Da Susanne praktisch seit ihrer Geburt zwischen Portugal und Deutschland pendelt, gibt es besonders geballtes Expertenwissen zu Reisen nach Portugal. Aber auch andere Destinationen, die du prima für einen Kurztrip oder ein bis zwei Wochen Urlaub ansteuern kannst, bringt ihr Reiseblog für Entdecker und Fotofetischisten in Wort und Bild näher. Genug Blabla und lieber mehr Fotos? Susanne bietet unter Die Schokolinse u.a. Fotoshootings im Portugalurlaub an – traumhafte Kulissen und Geheimtipps inklusive!

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