Sabbatical – Meine persönliche Auszeit von allem

Wie ihr mitbekommen habt, war ich letztes Jahr in Australien und Neuseeland im Rahmen – ein Sabbatical hat es möglich gemacht. Insgesamt war ich fast 3 Monate von zu Hause weg. Es war mit die beste Zeit meines Lebens – gleichzeitig aber auch mit eine der Schwersten. Ich möchte mit euch heute meine Erfahrungen eines Sabbaticals teilen und wie man alles am besten angehen sollte. Wo ich selber Fehler gemacht habe. Was ich anders machen würde.

 

Ashburton Lakes, Canterbury - Neuseeland

Ashburton Lakes, Canterbury – Neuseeland

 

 

Mt. Eden, Auckland - Neuseeland

Mt. Eden, Auckland – Neuseeland

 

Die Sache mit dem Arbeitgeber

Wenn ihr einer geregelten Arbeit nachgeht und Angestellte seid, müsst ihr so eine lange Abwesenheit natürlich mit eurem Arbeitgeber absprechen, sofern ihr eure Stelle nicht kündigen wollt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man sowas realisieren kann, zumindest wenn ihr einen netten Arbeitgeber habt. 🙂

Ihr könnt zum Einen mit eurem Arbeitgeber vereinbaren, dass ihr eure Urlaubstage anspart, bis ihr genug für euren Trip zusammen habt. So müsst ihr keine Gehaltseinbußen hinnehmen.

 

Wilde Robbe, Cape Palliser, Wellington - Neuseeland

Wilde Robbe, Cape Palliser, Wellington – Neuseeland

Cape Palliser, Wellington - Neuseeland

Cape Palliser, Wellington – Neuseeland

 

Oder ihr vereinbart ein Sabbatical bzw. Sabbatjahr. Das ist quasi einfach ein längerer unbezahlter Sonderurlaub, der 3 bis 12 Monate gehen kann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Gehaltsplanung für diesen Zeitraum. Die beliebteste ist wohl, zumindest bei uns in der Firma, das Modell mit der Ansparphase. Das heißt im Klartext, wenn ihr z.B. eine 6-monatige Auszeit nehmen wollt, verzichtet ihr 6 Monate vorher oder nachher auf die Hälfte eures Gehalts. Die andere, angesparte Hälfte bekommt ihr dann während eurer Auszeit monatlich ausgezahlt.

Ich war zum Glück nicht die erste mit der Idee bei uns in der Firma, und so war die ganze Sache mit dem Sabbatical nicht unbekannt. Es muss natürlich sichergestellt sein, dass Kollegen eure Arbeit übernehmen können. Meine Arbeit wurde für die 3 Monate dann auf 3 meiner Kolleginnen verteilt – hier nochmal ein riesiges Danke an euch!

Es wurde dann alles genau vertraglich festgehalten, damit sowohl Arbeitgeber als auch ich auf der sicheren Seite waren.

 

Cape Reinga, Northland - Neuseeland

Cape Reinga, Northland – Neuseeland

Cape Reinga, Northland - Neuseeland

Cape Reinga, Northland – Neuseeland

 

Die Kosten

Man sollte die Kosten für so ein Abenteuer nicht unterschätzen. Vor allem die Fixkosten, die ihr nach wie vor zu Hause habt. Den Fehler habe ich nämlich gemacht. 😀

Im besten Fall habt ihr vor eurem Sabbatical einen gewissen Geldbetrag angespart, mit dem ihr auch erstmal alle Kosten die im Vorfeld entstehen abdecken könnt. Bei mir war es die Auszahlung einer Versicherung, die mir das ermöglicht hat.

 

Cleopatras Pool, Abel Tasman National Park - Neuseeland

Cleopatras Pool, Abel Tasman National Park – Neuseeland

Dunedin Peninsula, Otago - Neuseeland

Dunedin Peninsula, Otago – Neuseeland

 

Meine Wohnung habe ich in der Zeit an meine Cousins vermietet (in Absprache mit meiner Vermieterin), so war schonmal ein großer Batzen der Fixkosten gedeckt. Aber ihr solltet euch vorher wirklich überlegen, welche Versicherungen ihr zB auf beitragsfrei stellen könnt für die Zeit die ihr weg seid. Wenn man das nicht alles genau im Blick hat und auch unterwegs nicht die ganze Zeit akribisch auf’s Geld gucken will (so wie ich es musste) muss man das wirklich gut planen vorher.

Aber es ist wie mit allem. Die einen brauchen mehr, die anderen weniger. Vielleicht kommt ihr auch generell mit sehr viel weniger Geld aus und kommt gar nicht in solche Miseren. 🙂

 

Hamner Springs Wasserfall, Hamner Springs, Canterbury - Neuseeland

Hamner Springs Wasserfall, Hamner Springs, Canterbury – Neuseeland

Hokitika Gorge, Kokatahi - Neuseeland

Hokitika Gorge, Kokatahi – Neuseeland

 

Den richtigen Reisepartner finden

Vor allem bei so einem langen Trip hat in den seltensten Fällen jemand von den Freunden oder aus der Familie Zeit bzw. das Geld, um sowas mit euch in die Tat umzusetzen. Für mich stellte sich also die Frage: Alleine reisen oder doch lieber einen Reisepartner suchen? Da ich mir so eine lange Zeit im Ausland nicht ohne jemanden an meiner Seite vorstellen konnte, habe ich die Variante mit dem Reisepartner gewählt.

 

Jackson Bay, West Coast - Neuseeland

Jackson Bay, West Coast – Neuseeland

Kawarau River, Otago - Neuseeland

Kawarau River, Otago – Neuseeland

 

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mit meinem heutigen Erfahrungsstand doch eher alleine gefahren wäre. So eine lange Zeit mit einer doch fremden Person kann sehr, sehr anstrengend sein und man gerät zwangsläufig aneinander zwischendurch.

Die meiste Zeit kam ich mit meiner Reisepartnerin übrigens sehr gut aus, nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht. 🙂

Meine Reisepartnerin habe ich übrigens auf Urlaubspartner gefunden. Hier kann man Anzeigen aufgeben um Leute für eine Reise zu finden. Oder sich auf bereits bestehende Anzeigen melden. Ich hatte mit 2 Mädels vorher noch Kontakt, bevor ich dann mit meiner eigentlichen Partnerin ‚zusammen gekommen’ bin. Diese Seite ist eine wirklich gute Sache und vor allem, zumindest meiner Meinung nach, für Kurztrips geeignet. 3 Monate sind halt einfach echt lang. 🙂

 

Moeraki Boulders, Otago - Neuseeland

Moeraki Boulders, Otago – Neuseeland

Mount Cook, Canterbury - Neuseeland

Mount Cook, Canterbury – Neuseeland

 

Heimweh – was dann?

Vielleicht ist dieser Punkt für euch uninteressant, da ihr mit Heimweh keine Probleme habt. Aber ich werde, je nach Dauer der Reise, von schrecklichem Heimweh geplagt von Zeit zu Zeit. Also in den 3 Monaten hatte ich ungefähr an insgesamt 1 Woche schreckliches Heimweh. Vor allem abends war es sehr schlimm und ich habe meine Lieben daheim unglaublich vermisst.

 

Noosa National Park, Queensland - Australien

Noosa National Park, Queensland – Australien

Nugget Point Lighthouse, Otago - Neuseeland

Nugget Point Lighthouse, Otago – Neuseeland

 

Bei mir kam zudem noch hinzu, dass ich 6 Wochen vor Abreise mit Herr J. zusammen gekommen bin. Das war schon echt hart, als er mich nach Frankfurt zum Flughafen gebracht hat und ich ihn so lange nicht sehen konnte. Aber auch meine Familie hat mir sehr gefehlt.

Aber was tut man am besten bei Heimweh? Mir hat am ehesten geholfen, wenn ich einfach alles rausgeweint habe. Manchmal muss das in solch einer Situation einfach sein. 🙂 Und natürlich so viel Kontakt mit den Lieben zu Hause wie es nur geht. Das ist heutzutage glücklicherweise ja so einfach wie nie! WhatsApp, Skype und telefonieren machen den Kontakt möglich und helfen, das Heimweh zu überstehen. 🙂

 

Pancake Rocks, Punakaiki, West Coast - Neuseeland

Pancake Rocks, Punakaiki, West Coast – Neuseeland

Piha Beach, Auckland - Neuseeland

Piha Beach, Auckland – Neuseeland

 

Eine unvergessliche Zeit

Aber trotz allem – trotz meiner kleinen finanziellen Notlagen, trotz des Heimweh, trotz kleinerer negativer Ereignisse während der Reise – ich würde es immer wieder machen wenn ich könnte!

Falls ihr die Möglichkeit habt, euch aber nicht sicher seid: Macht es! Sowas ist einfach unvergesslich und bereichert einen ungemein. Eigentlich wollte ich sowas schon nach meinem Abi machen, zwar dann eher als Au-Pair, aber halt einen langen Auslandsaufenthalt. Und warum habe ich es nicht gemacht? Wegen meinem damaligen Freund. Als das in die Brüche ging 3 Jahre später habe ich mich natürlich in Grund und Boden geärgert.

 

Punakaiki, West Coast - Neuseeland

Punakaiki, West Coast – Neuseeland

Sunshine Coast, Queensland - Australien

Sunshine Coast, Queensland – Australien

 

Umso dankbarer bin ich, dass ich 7 Jahre nach meinem Abi nochmal die Möglichkeit dazu bekommen habe, wenn auch nicht so lange. Und meiner jetzigen Beziehung mit Herrn J. hat es auch nicht geschadet. Ganz im Gegenteil.

Also: Unbedingt machen ist meine Empfehlung! Ihr habt nur ein Leben. Und das sollte man einfach genießen und Freude daran haben. 🙂

Wart ihr schonmal für längere Zeit im Ausland? Wie habt ihr das umgesetzt? Was waren eure Erfahrungen? 🙂

Verlinkt mit ‚Sonntagsglück‚ von soulsister meets friends
Tongariro National Park, Waikato - Neuseeland

Tongariro National Park, Waikato – Neuseeland

Waipoua Kauri Forest, Northland - Neuseeland

Waipoua Kauri Forest, Northland – Neuseeland

6 Comments

  • Jessis SchlemmerKitchen 13. August 2017 at 19:27

    Liebe Diandra,
    das klingt wirklich traumhaft und dein Bilder sind toll. Australien und Neuseeland zu bereisen ist schon lange ein Traum von mir. Vor sieben Jahren machte ich mich alleine nach Australien auf die Reise, zwar nur für 4 Wochen aber auch diese Zeit war für mich unvergesslich und Neuseeland steht aufjedenfall noch auf meiner Reise Liste 😉

    Liebe Grüße
    Jessi

    Reply
    • bakingavenue 13. August 2017 at 20:03

      Liebe Jessi,
      Neuseeland ist auch einfach traumhaft! 🙂 In Australien hatte ich leider nur 10 Tage, aber auch diese Zeit war wirklich toll!
      Und ich finde es wirklich mutig, wenn man sich traut so eine Unternehmung alleine zu starten 🙂

      Liebst
      Diandra

      Reply
  • Katrin / soulsister meets friends 13. August 2017 at 20:58

    liebe Diandra,

    Danke für diesen spannenden Link bei meiner Blogparade #sonntagsglück! Ich bewundere alle, die so mutig sind und einfach losreisen in die weite Welt. Mich hat das Fernweh erst spät erwischt … und ich weiß heute noch nicht, ob ich so mutig wäre wie du. Tolle Bilder sind das auf jeden Fall und Neuseeland würde ich auch gern mal sehen.

    Ich bin mal gespannt, ob unsere Tochter nach dem Abi erstmal reist … im Augenblick sieht’s danach aus. Meine spannendste Reise allein ging in die Türkei … das ist allerdings schon über 25 Jahre her und war weit vor dem großen Tourismus-Boom – insofern auch ein spektakuläres Erlebnis. Die nächste Reise kommt bestimmt …

    herzlichst Katrin / soulsister meets friends

    Reply
    • bakingavenue 13. August 2017 at 21:12

      Liebe Katrin,
      ich danke dir, für diese tolle Möglichkeit der Vernetzung! 🙂
      Ja, sowas erfordert durchaus einen gewissen Mut und ist in jungen Jahren sicher etwas einfacher, als wenn man schon Mann und Kind daheim hat.
      Aber ich finde, man sollte seine Träume immer verwirklichen! Ich hoffe, deine Tochter macht das mit dem Reisen. Das sind einfach so wertvolle Erfahrungen. 🙂 Weiß sie schon, wo sie hin möchte und wie lange?

      In der Türkei war ich tatsächlich noch nie, aber höre immer gespannt zu, wenn meine Mama über ihre Zeit dort erzählt, als sie da gewohnt hat. Aber bei der aktuellen Lage ist die Türkei leider auch etwas nach hinten gerutscht auf meiner Liste muss ich zugeben.
      Und klar, die nächste Reise kommt immer irgendwann 😉

      Liebst
      Diandra

      Reply
  • One Million Places 14. August 2017 at 9:49

    Hallo Diandra,

    wir haben für unsere 6 Monate Weltreise auch ein Sabbaical mit Ansparphase gemacht und fanden es eine super Lösung. Das Gehalt und auch die Krankenversicherung läuft einfach weiter und man bezahlt sogar noch weniger Steuern 🙂

    Wir haben 28 Ländern in unseren 6 Monaten besucht und können dieses Erlebnis auch nur jedem empfehlen! Wir freuen uns auf einen Gegenbesuch: https://one-million-places.com/weltreise

    Viele Grüße
    Sandra & Michael

    Reply
    • bakingavenue 14. August 2017 at 13:34

      Hallo ihr beiden,

      oh, das klingt ja auch super spannend! Und 28 Länder ist wirklich beeindruckend. Da schau ich auf jeden Fall gerne mal bei euch vorbei 🙂

      Liebst
      Diandra

      Reply

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