Ein Hauch von Frankreich!

Heute wird es französisch in der Baking Avenue! Viel Spaß beim heutigen Gastbeitrag. 🙂

 

Hallo ihr Lieben,

darf ich mich vorstellen? Ich bin Marianne und blogge für gewöhnlich auf Deliriumskind – über Fotografie, Rezepte, Lifestyle und alles, was ich sonst noch gerne mag (das ist ziemlich viel). Und heute darf ich Diandra vertreten und eins meiner neuesten Lieblingsrezepte vorstellen – vielen Dank dafür!

Heute soll’s auf eine kleine Reise gehen. Macht mal die Augen zu. Und jetzt stellt euch vor, ihr seid an der Côte d’Azur und sitzt in einem hübschen kleinen Café an der Strandpromenade. Vor euch der Strand, Kinderlachen und Geplantsche, auf dem azurblauen Meer spiegeln sich die Sonnenstrahlen so hell, dass ihr kaum hinsehen könnt. Und vor euch auf dem Teller liegt…

Na, könnt ihr es erraten? Genau! Eine fantastisch leckere Tarte Tropézienne.

 

Bild 1

 

Zuallererst: Die Tarte Tropézienne kommt eigentlich gar nicht aus St. Tropez (das wird meistens aber ignoriert). Die hat nämlich die Oma des polnischen Bäckers Alexandre Micka erfunden, der sie dann 1955 in St. Tropez als Catering beim Dreh von “et Dieu créa la femme” angeboten hat. Da erhielt sie dann schlussendlich ihren Namen – von niemandem Geringeren als der legendären Brigitte Bardot. Und seitdem wird die leckere Tarte aus luftigem Briocheteig und mit einer üppigen Vanillecreme überall an der Côte d’Azur verkauft. Die “Echte” erhält man tatsächlich nur in der Bäckerei A. Micka in St. Tropez – und das Rezept ist ein ähnlich gut gehütetes Geheimnis wie das von Coca Cola.

Aaaaber – das hält uns Blogger ja nicht auf. Wie das Ganze irgendwie geht, wissen wir ja. Brioche, Crème Pâtissière mit Vanille und – ja, ganz wichtig – einem Hauch Orangenblütenwasser und obendrauf Hagelzucker. Damit das Gleichgewicht aus fluffig und knirschig perfekt wird.

Ich habe mich also mal an diese kulinarische Herausforderung gewagt – es ist ungefähr vier Jahre her, dass ich zum ersten und zum letzten Mal einen Hefeteig gemacht hatte. Das liegt ganz einfach daran, dass Pizza (außer dieser Tarte) das Einzige aus Hefeteig ist, was ich mag, und für Pizza ist bei uns meine Mutti zuständig. Niemand kriegt den Rand so gut hin wie sie – mit dem perfekten Grad an Knusprigkeit. Also musste ich mir erst mal ein Rezept zum Entlanghangeln suchen. Und wer liegt da näher als der große Pâtissiermeister Christophe Felder? Genau, niemand. Das ist ein Mensch, den jeder Franzose kennt, der sich ein bisschen für Pâtisserie interessiert. Und mit Christophe Felder als Ausgangspunkt habe ich es tatsächlich geschafft, den perfekten Briocheteig zu zaubern – ein bisschen luftiger als der Meister wollte ich ihn haben, nicht ganz so fest. Denn luftig ist das A und O bei der Tarte Tropézienne.

 

Bild 2

 

Als Gegengewicht kommt nämlich in die Crème ganz schön viel rein. Das ist eine Mischung aus Pudding mit Butter und Schlagsahne, mit einer ganzen Vanilleschote als Einsatz und nicht zu vergessen dem guten Orangenblütenwasser.

Was das ist und wo man das herbekommt? Meines habe ich in einem Laden für Kräuter und Kosmetik in München bekommen – grundsätzlich ist Orangenblütenwasser das exotische Pendant zum Rosenwasser und lässt sich tatsächlich oft im Kosmetikbedarf finden. Ansonsten einfach mal in orientalischen Läden oder in der Apotheke fragen – und wem gar nichts einfällt, der bestellt einfach bei Amazon. Nur nach Möglichkeit nicht weglassen, das Duftwasser verleiht der Creme erst den richtigen Geschmack.

Aber jetzt genug geredet – hier das Rezept für die fantastische Tarte Tropézienne nach Christophe Felder.

 

Tarte Tropézienne
Yields 1
Springform Ø26cm
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Für die Brioche
  1. • 275 g Mehl (Type 405)
  2. • 10 g frische Hefe
  3. • 170 ml Milch
  4. • 60 g Butter
  5. • 1 Ei
  6. • 40 g Zucker
  7. • eine Prise Salz
  8. • 2 EL Orangenblütenwasser
Für die Garnitur
  1. • Hagelzucker
  2. • 1 Ei
Für die Creme
  1. • 1 Ei + 1 Eigelb
  2. • 50g Zucker
  3. • 100g weiche Butter
  4. • 30g Stärke
  5. • 250ml Milch
  6. • eine Vanilleschote
  7. • 100g Sahne
  8. • 4 Esslöffel Orangenblütenwasser
Instructions
  1. Die Milch erhitzen, bis sie lauwarm ist. Die Hefe hineinbröckeln, eine Prise Zucker hinzugeben und die Hefe auflösen.
  2. Dann eine Schüssel zur Hand nehmen, das Mehl (sollte am besten warm sein) hineingeben und mit der Hefemilch verkneten. Sind keine Klumpen mehr zu erkennen, kann man Butter, Salz, das Ei und Orangenblütenwasser hinzugeben und wieder verkneten. Der Teig sollte cremig sein, aber nicht zu flüssig – im Zweifelsfall einfach noch ein bisschen Mehl hineinkneten. Dann mit einem Geschirrtuch abdecken und eine Stunde lang an einem warmen Ort gehen lassen, bis der Teig ungefähr das doppelte Volumen erreicht hat.
  3. Eine Springform zur Hand nehmen und gründlich einfetten, dann den Teig hineingeben und mit den Fingern ausklopfen, bis er beinahe den Rand berührt – nicht weiter, wenn möglich, damit die charakteristische Form erhalten wird. Noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen und den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Zum Schluss das Ei verquirlen, auf dem Teig verstreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Die Brioche 25 Minuten backen, bis sie goldbraun ist.
  4. Die Milch in einem Topf mit der Vanilleschote aufkochen, zur Seite stellen und 15 Minuten ziehen lassen. Dann die Schote entfernen, den Topf wieder auf den Herd stellen und mit Eiern, Zucker und Stärke verrühren. Unter ständigem Rühren wieder erhitzen, bis die Masse fest wird. Vom Herd nehmen, die Butter hinzugeben und rühren, bis sie geschmolzen ist, dann mit dem Orangenblütenwasser vermischen und abkühlen lassen. Die Sahne steif schlagen. Ist die Creme kalt, kann man sie mit dem Handrührgerät aufschlagen und die Sahne vorsichtig unterziehen.
  5. Die Brioche möglichst gerade in Boden und Deckel zerschneiden. Den Boden gleichmäßig mit der Creme bestreichen, den Deckel draufsetzen und voilà!
Baking Avenue https://bakingavenue.com/

Wer noch mehr tolle Sachen von der Côte d’Azur – meinem zweiten Zuhause – erfahren möchte: ich freue mich jederzeit über einen Besuch auf meinem Blog!

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